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„Hinter schwedischen Gardinen – was hält dich gefangen?“

Schwedenfreizeit 22.08.- 03.09.2011

Härryda. Ein abgelegenes Örtchen irgendwo im Nirgendwo Schwedens. Ein riesiger See und mächtige Tannen so weit das Auge reicht. Tief in den skandinavischen Wäldern hausen 17 Seelen in einer einsamen Hütte mit dem alle romantischen Erwartungen tötenden Namen: Bockudden.

Klingt mehr nach einem Gefängnis, als nach einer heimeligen Jagdhütte. Wie passend, da das Motto unserer Freizeit eh keinen Platz für Romantiker lässt: „Hinter schwedischen Gardinen – was hält dich gefangen?“ Nach anstrengender 24-stündiger Anreise bleibt nur wenig Zeit, um es sich gemütlich zu machen. Der nette Jugendleiter von nebenan entpuppt sich auf einmal als Gefängnisdirektor „Sergon“ und gibt sogleich Befehl zur Inhaftierung der Neuankömmlinge. Unter strenger Aufsicht von „Natulga“ und „Lingrock“ erhalten die 12 Teilnehmerinnen nun ihre Anklageschriften und werden ihren Zellenblöcken zugewiesen.

Teilnehmer der Schwedenfreizeit am Seeufer
Teilnehmer der Schwedenfreizeit

Für die Zeit der Gefangenschaft stehen ihnen dabei die hochkompetenten Sozialarbeiter „Dagoberg“ und „Lahmacun“ zur Seite. Der Dienstplan für die kommenden Tage lässt die Gefangenen nur erahnen, was hier auf sie wartet. Was harte Arbeit vermuten lässt, ist zugleich eine Möglichkeit, sich zu bewähren: Fürs Spülen, Putzen und Helfen beim Kochen oder Einkauf gibt’s Punkte. Bonuspunkte verdienen sich nur die abgebrühten Plumpskloentleerer. Aber auch die Ordnung im Zimmer der Mädels und Jungs verdient so manchen Punkt – oder eben auch nicht!

Auslauf und Vergnügungen bekommt hier jeder dennoch reichlich: Ob im Erlebnispark Liseberg, an gemeinsamen Spieleabenden mit Singstar und Karten oder bei Geländespielen. Zeit, sich Gedanken um seine persönliche Gefangenschaft zu machen, ist auch genug da: nicht nur bei Andachten und Gesprächen, sondern auch beim Lagerfeuer und Kanufahren.

Viel zu schnell geht hier die Zeit vorbei – und irgendwann ist dann der Tag da, an dem wir unsere Sachen packen und unser Gefängnis verlassen. Mit dem Wissen, dass Gott uns zur Freiheit berufen hat, machen wir uns auf die lange Heimreise – als freie Menschen. Hoffentlich lässt jeder von uns seine persönlichen Ketten der Gefangenschaft irgendwo im tiefen Wald von Härryda.