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Wellness für die Seele mit Vicente Patiz

Vincente Patiz mit Gitarre
Vincente Patiz mit Gitarre

In der dunklen Jahreszeit, wo auch der Vorweihnachtsstress schon einsetzt, benötigt der Mensch ein wenig Entschleunigung. Etwas zum Entspannen, etwas bei dem man auf andere Gedanken kommt. Mit phantasievollen Geschichten zu seinen Musikstücken verzauberte Gitarrist Vicente Patiz die Gäste in der Evangelischen Kirche Marienheide.

Emotionen setzt der Ausnahme-Gitarrist so grandios um, dass er schon mit dem ersten Stück sein Publikum einfängt. „Farfalla“, ein Stück zum Ankommen und Fallenlassen. Ein Stück voll guter Laune, das bei einem Sommerkonzert in der Kirche der Nordseeinsel Wangerooge entstanden ist und von den Zitronenfaltern Ede und Fred handelt. Zu jedem Stück hat Vicente Patiz eine kleine Geschichte. Er erzählt von einer Maus, die hungrig in einen Rucksack klettert und sich plötzlich mitten in einer Rafting-Tour auf tosendem Fluss befindet. Hin und hergerissen zwischen der Freude über das reichhaltige Futter im Rucksack und der Angst zu ertrinken. Mit der Geschichte erzeugt Vicente Patiz ein Kopfkino bei den Gästen und nimmt sie dann gleich noch mal musikalisch mit auf die Reise der Maus. 

Ob ein Spaziergang im Regenwald des Amazonas oder eine Fahrradtour zum Eiskaffee, die Geschichten sind vielfältig. Ebenso facettenreich ist seine Musik. Brillante melancholische Klänge oder rasante Gitarrenriffs wechseln sich ab. Die Klangwelten auf den Gitarrenseiten erweitert Patiz mit Percussion-Parts und Instrumenten wie das Digeridoo und sogar einer Nagelfeile.

Viele schöne Momente bescherte der Solokünstler aus dem Erzgebirge, der bereits einen besonderen Weltrekord aufgestellt hat: er spielte in 24 Stunden in acht Ländern. Auch daran ließ er die Gäste durch die Erzählung teilnehmen, die er natürlich auch wieder musikalisch umsetzte. Entspannt und gut gelaunt verließen die Gäste die Kirche nach dem Konzert und Vicente Patiz hatte seine Fangemeinde in Marienheide, wo er bereits 2009 spielte, erweitert. Gitarrenimprovisation vom Feinsten, die zum Staunen brachte – ein ganz besonderes Konzert.

Text und Fotos: Vera Marzinski